UX - Interaction Design
Immersive Infografiken Virtual Reality App
Für meine Bachelorarbeit beschäftigte ich mich damit, Informationen immersiv erlebbar zu machen und dadurch eine positive User Experience (UX) zu erzielen. Hierfür entwickelte ich Konzepte für zwei unterschiedliche Darstellungsformen desselben Themas, die ich anschließend mit qualitativen Nutzerstudien gegeneinander testete.
- Konzeption von zwei Interaktionskonzepten
- prototypische Umsetzung von zwei AR-Apps
- Erstellung von Assets
- Programmierung von Interaktionen
- Durchführung einer qualitativen Nutzerstudie
Virtual Reality - Mehr als ein Trend?
Beim Begriff „Virtual Reality“ denken viele zunächst an immersive Games. Spiele, bei denen man nahezu vollständig in eine fremde Welt abtauchen kann. Doch die Technologie bietet weit mehr Möglichkeiten, die darüber hinaus gehen. Gerade im Bereich Bildung gäbe es immenses Potential durch intensive VR-Erlebnisse Informationen sprichwörtlich greifbarer zu machen.
Für meine Bachelorarbeit wollte ich diesen Bereich näher beleuchten. Deshalb suchte ich mir eine eher unbekannte historische Person, deren Leben ich in einer VR-App darstellen konnte. Meine Wahl fiel auf Pater Rupert Mayer, einem Priester, der sehr aktiv im Widerstand gegen die Nazis war und dafür letztlich im KZ landete.
konzept 01
Virtuelles Museum
Die Idee hinter dem ersten Konzept war, ein virtuelles Museum zu bauen. Die Nutzer bekamen eine strukturierte, übersichtliche Darstellung der wichtigsten Lebensstationen im historischen Kontext. Auf einem raumfüllenden Zeitstrahl konnten sie die einzelnen Eckpunkte anklicken und bekamen dann entweder genauere Informationen, historische Assets oder kurze 3D-Animationssequenzen dazu. Der Fokus dieses Konzepts lag auf den Informationen selbst. Der Nutzer sollte hier eine kritische Distanz wahren.
konzept 02
Immersive Geschichts-Erfahrung
Mein zweites Konzept war stärker auf Immersion und ein intensives Erlebnis ausgelegt. Die Nutzer konnten sich frei durch eine große, virtuelle Welt bewegen, in der sie die Lebensstationen Rupert Mayers wie in einer Art Park durchlaufen konnten. An den einzelnen Stationen war es dann möglich, die wichtigen Ereignisse in interaktiven, animierten 3D-Szenen zu erleben. Dort fanden sich auch viele detaillierte Informationen, die im Gegensatz zum ersten Konzept aber mit der Szene selbst verwoben und weniger abstrakt-strukturiert angeordnet waren.
Evaluation:
UX-testing anhand der Valenzmethode
Am Ende testete ich die beiden Prototypen gegeneinander, um herauszufinden, wie sehr die dargestellten Informationen zu emotionalen Erlebnissen bei den Nutzern geführt hatten. Dazu verwendete ich die Valenzmethode. Hierbei kann der Nutzer während er die Anwendung durchläuft für jede empfundene Emotion positive oder negative Valenzmarker setzen. Die Nutzung wurde per Screencast aufgenommen und im Anschluss die gesetzten Marker besprochen.
Daraus ergaben sich eine Vielzahl interessanter Insights. Während nahezu alle Nutzer angaben, sich durch das erste Konzept besser informiert zu fühlen, hatten sie beim Zweiten signifikant mehr und intensivere emotionale Erlebnisse. Auch die allgemeine Stimulation und Neugierde wurde viel stärker geweckt, was allein an der Summe der gesetzten Marker erkennbar wurde. Viele gaben an, dass sie die lebendige Welt des zweiten Konzepts teilweise auch abgelenkt habe.
Sinnvoll wäre also eine Symbiose aus beiden Welten: Eine strukturierte Darstellung, aus der heraus man in einzelne Ereignisse immersiv und emotional abtauchen kann.





